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Das Buch von Kardinal Sarah trifft mit der deutschen Übersetzung in die katholische Kirche dieses Sprachraums, wo die Krise des Glaubens mit Händen zu greifen ist. Leere Kirchen, verwaiste Beichtstühle, kaum Priesteramtskandidaten, ein Kloster nach dem anderen schließt, die Kenntnis des eigenen Glaubens auf einem Tiefststand, und evangelisch und katholisch zusammen im Jahr 2014 haben weit über eine halbe Million Christen, die in der Taufe zu Kindern Gottes wurden, der Kirche Jesu Christi öffentlich den Rücken gekehrt. Oft werde ich gefragt, woher das Establishment der sog. „deutschen Kirche“, den Anspruch ableitet bei allen Symptomen eines dramatischen Niedergangs ausgerechnet in den Fragen der Sexualmoral und der katholischen Ehelehre für die Weltkirche Schrittmacher zu sein. Wenn man alten Wein in neue Schläuche gießt, könnten sie die Schläuche zerreißen und den neuen Wein verderben. Mit den Ursachen der Glaubenskrise in Europa könnten leicht auch ihre Folgen nach Afrika exportiert werden. Man versuche es einmal anders herum. Nicht die Europäer spielen sich als Lehrer der Afrikaner auf. Statt die Selbstsäkularisierung als Antwort auf die Glaubenskrise den jungen, wachsenden Kirche als Modell anzubieten, müssten wir den geistlichen Reichtum und die Glaubensstärke anderer bei uns als Heilmittel einführen. Nur so kann die katholische Kirche in Europa überleben und die geistlich Toten wieder zum Leben im Glauben zu erwecken. Wir könnten von den jungen Kirchen lernen und sollten aufhören uns klammheimlich zu freuen, wenn es dort wie überall, wo Menschen menscheln, auch Mängel zu beklagen sind. Wir sollen nicht anderen verheißen, dass es bei denen auch man so kommt wie es bei uns ist- als ob die Entchtistlichung ein nicht aufzuhaltender Naturprozess wäre. Nein! Mit dem Glauben kann man Berge versetzen.

Nur eine nachhaltige Neuevangelisierung mit allem apostolischen Freimut und Eifer könnte dem Schalwerden des Christentums in Deutschland entgegenwirken; doch statt dessen werden problemblind die hl. Kommunion für zivil Verheiratete, die noch in einer gültigen kirchlichen Ehe leben und die Anerkennung homosexueller Beziehungen zu Zentralthemen einer Pastoral der Zukunft erklärt. Und die Aktivitäten sind erstaunlich. Mit allen Mitteln wird versucht, exegetisch, historisch, dogmengeschichtlich und mit Hinweis auf Psychologie und Soziologie die katholische Ehelehre, die sich aus der Lehre Jesu ergibt, zu dekonstruieren und zu relativieren, nur damit die Kirche gesellschaftskonform erscheint und obengenannte Ziele erreicht werden. Wer treu zur Lehre der Kirche steht, wird publizistisch bekämpft und gar noch als Gegner des Papstes diffamiert, so als ob nicht der Papst und alle Bischöfe in Gemeinschaft mit ihm Zeugen der geoffenbarten Wahrheit wären, die ihnen zur treuen Verwaltung übertragen wurde, damit sie nicht von Menschen auf menschliches Maß abgesenkt wird. Es kann in diesem Klima des deutschen Führungsanspruchs für die ganze Weltkirche dann schon mal vorkommen, dass einem Präfekten der Glaubenskongregation von einem Laienfunktionär oder einem Professor über eine Boulevardzeitung eine Lektion über den katholischen Offenbarungsbegriff erteilt wird. Apostolischen Freimut und gläubiges Selbstbewusstsein sollte man gegenüber der Zerstörung des christlichen Menschenbildes und im Zeugnis für die Wahrheit des Evangeliums Christi an den Tag legen und seine Kräfte nicht in innerkirchlichen Prestigekämpfen vergeuden oder gar gegen „Rom“ den Selbständigen markieren.

Das Konzil sagt klar, dass die Offenbarung in Schrift und Tradition enthalten ist und vom Lehramt treu ausgelegt wird. Aber eine neue öffentliche Offenbarung, die über das depositum fidei hinausgeht, empfangen Papst und Bischöfe nicht. 2e Vaticaans Concilie, Constitutie, Over de Kerk, Lumen Gentium (21 nov 1964), 25 Die Entwicklung der Lehre bezieht sich auf ihr tieferes Verständnis und kann nicht dialektisch mit dem Widerspruch zu ihr in einer höheren Einheit vermittelt werden. 2e Vaticaans Concilie, Constitutie, Over de Goddelijke openbaring, Dei Verbum (18 nov 1965), 10

Die gültige und sakramentale Ehe ist entweder unauflösbar oder auflösbar. Ein Drittes gibt es nicht. Bei aller Rede von Dialog und seinen langen Prozessen ist in Wirklichkeit ein ideologisch Verkrampfung nicht zu übersehen. Zu jedem Preis und sei es auf Kosten der Wahrheit und der Einheit der Kirche soll eine Änderung wenigstens der Praxis erzwungen werden. Die Lehre könne vorläufig als Theorie bestehen bleiben, um die Katholiken in Afrika und Asien, die geistig und gefühlsmäßig noch nicht so „weit“ sind, zu beschwichtigen, während in der Pastoral um der Menschen willen die von Gott gegebene Ordnung der Sakramente de facto außer Kraft gesetzt wird. Der Zwiespalt wird in Gott selbst hineingetragen, der als guter Schöpfer und barmherziger Erlöser einerseits Gnade und Unauflöslichkeit der Ehe begründet und andererseits erschrocken über ihre nicht lebbaren Konsequenzen seine Gebote wieder aussetzt. Die Kollision von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in seinem Wesen nötige ihn sogar, die unwiderrufliche Gnade im Ehesakrament zu suspendieren um weitere Ehen zu Lebzeiten des legitimen Ehepartners zu gestatten - ganz im Widerspruch zu Jesus, der die „Hartherzigkeit“ der Pharisäer für das mosaische Zugeständnis von Scheidung und Wiederverheiratung verantwortlich machte.

Was die Trennung von Glaubenslehre und Glaubenspraxis angeht, sollten gerade wir in Deutschland sehr wachsam sein und die Lektion der Kirchengeschichte nicht vergessen. Der Ablasshandel ist im Schicksalsjahr 1517 zum Anlass der protestantischen Reformation und zur ungewollten Spaltung der abendländischen Christenheit geworden. Nicht die Lehre Johann Tetzels über den Nachlass zeitlicher Sündenstrafen war falsch, wie wir heute wissen, sondern ihre Nichtbeachtung in der Praxis und die Erweckung eines falschen Scheins. Die Lehrer des Glaubens dürfen die Menschen nicht in einer falschen Heilssicherheit wiegen, nur um keinen Anstoß zu provozieren. Und der ursprüngliche Protest Luthers gegen die Nachlässigkeit der Hirten der Kirche war gerechtfertigt, weil man mit dem Heil der Seelen nicht spielen darf, selbst wenn der Zweck der Täuschung ein gutes Werk wäre. Wir dürfen die Menschen nicht täuschen, was die Sakramentalität der Ehe, ihre Unauflöslichkeit, ihre Offenheit auf das Kind, und die fundamentale Komplementarität der beiden Geschlechter angeht. Pastorale Hilfe muss das ewige Heil im Blick haben und nicht nur den Wünschen der Leute vordergründig gefällig sein.

Und niemand kann bestreiten, dass der Weg zur Auferstehung über das Kreuz Christi führt und auch dass jeder Christ in Ehe und Familie, im Priesterstand und Ordensleben sein tägliches Kreuz auf sich nehmen soll. Ein bequemes zeitgeistiges Leben hat Jesus seinen Jüngern nicht versprochen, jedoch uns die Verheißung gegeben: „Sei getreu bis in den Tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.“ (Openb. 2, 10).

Wir sind uns einig, dass diejenigen Christen, die bei einer gültigen sakramentalen Ehe zugleich eine kirchlich nicht anerkannte zivile Ehe eingehen, einer besonderen Zuwendung der Kirche bedürfen. Dies gilt auch der Kinder wegen, die oft in einen Konflikt gestellt sind zwischen der Liebe zu den Eltern und der Kenntnis der Gebote Gottes und der Lehre der Kirche. Die volle Wiederversöhnung mit der Kirche im Sakrament der Busse und im Empfang der hl. Kommunion kann aber nicht den steilen Weg zum Ziel ersetzen, sondern kann nur das Ziel eines Wegs sein, der zur theologischen Klärung des Status der sakramentalen Ehe führt. Die sakramentale Wahrheit der Ehe kann nicht ignoriert werden. Das ist die von Gott gestiftete Realität, an der sich die faktische Situation der Menschen ausrichten muss. Und nicht umgekehrt kann sich der Mensch zum Maßstab für Gott in seiner Schöpfungs- und Erlösungsordnung machen.

Ich danke Herrn Kardinal Sarah für seinen Mut, allen Katholiken in Afrika und in Europa die Wahrheit des katholischen Glaubens und seine Konsequenzen in der pastoralen Praxis nicht vorzuenthalten oder in einem Kompromiss die Wahrheit zu halbieren. Ich kann nicht halb an die Gottheit Christi glauben oder nur Herr, Herr zu ihm sagen, ohne den Willen seines Vaters im Himmel zu erfüllen (Mt. 7, 21).

Gott gegenüber gibt es nur alles oder nichts. Mit Gott haben wir alles und ohne Gott sind wir nichts.

Das ist der Leitgedanke des Buches von Kardinal Sarah, in dem er den wichtigsten Themen des Christentums in der Postmoderne auf den Grund geht.

Meine Gedanken hierzu wollten aber das Studium dieses Buches nicht ersetzen, sondern nur zu seiner Lektüre einladen.

Document

Naam: GOTT ODER NICHTS - GEDANKEN ZUM BUCH VON KARDINAL ROBERT SARAH
Regensburg
Soort: Congregatie voor de Geloofsleer
Auteur: Gerhard Ludwig Kard. Müller, prefect
Datum: 1 september 2015
Copyrights: © 2015, Libreria Editrice Vaticana
Voorlopig Duitstalige origineel; alineaverdeling en -nummering: redactie
Bewerkt: 7 november 2019

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